Schädelsammeln in der “Deutschen Südsee” – Menschliche Überreste aus ehemals “Deutsch Neuguinea”



19:00 - 21:00 Uhr // KFZ Marburg

Eintritt: frei

Mitveranstalter: Weltladen Marburg


Schädelsammeln in der “Deutschen Südsee” – Menschliche Überreste aus ehemals “Deutsch Neuguinea”


Veranstaltungsreihe Pazifische Inseln: Kultur – Kolonialismus – Klimakrise

Vortrag und Diskussion mit Bettina von Briskorn (Übersee-Museum Bremen)

 

Bild Bettina von Briskorn: (C) Übersee-Museum; Fotograf Volker Beinhorn

 

Das Übersee-Museum Bremen besitzt aus Melanesien 125 menschliche Schädel, die mutmaßlich aus der deutschen Kolonialzeit herrühren. Der Nordosten Neuguineas und die vorgelagerte Inselwelt waren von 1885 bis 1914/19 deutsche Kolonie. Ahnen- und Trophäenschädel, die künstlerisch bearbeitet wurden und von Vorfahren oder Feinden der Herkunftsgesellschaften stammen sowie menschliche Überreste, welche auf anthropologische Sammeltätigkeit zurückzuführen sind, werden im Haus verwahrt. Der Vortrag stellt die Ergebnisse der Recherchen zu Herkunft und Erwerbung der Schädel vor. Es wird aufgezeigt, worin die Probleme im Umgang mit diesem sensiblen Sammlungsgut liegen. Dabei wird auch ein Einblick in das Sammeln im damaligen deutschen „Schutzgebiet“ gegeben. Darüber hinaus wird skizziert, wie das Übersee-Museum versucht in einen Dialog mit den Herkunftsgesellschaften zu treten.

Bettina von Briskorn, Historikerin M.A., Studium der Geschichte und der Kulturwissenschaft an der Universität Bremen, beschäftigt sich seit den 1990er Jahren mit der Geschichte des Übersee-Museums Bremen und der Provenienz seiner Sammlungen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin führt sie seit 2015 am Übersee-Museum Provenienzforschungsprojekte, also Projekte, die nach der Herkunft von Beständen fragen, durch. Diese befassen sich sowohl mit der Suche nach Kulturgut, das im Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogen wurde, als auch mit Objekten sowie menschlichen Überresten, welche aus einem kolonialen Kontext herrühren. 

 

Für die Veranstaltung gilt 2G!