Vortrag und Diskussion mit Gerd Koenen zu „Der Krieg in der Ukraine und der deutsche Russland-Komplex“



19:00 - 21:00 Uhr // TTZ Marburg

Eintritt: frei

Mitveranstalter:


Vortrag und Diskussion mit Gerd Koenen zu "Der Krieg in der Ukraine und der deutsche Russland-Komplex"


Reihe „Begegnungen mit dem Osten Europas“

Die aktuelle Krise stellt Deutschland, ob es will oder nicht, ins Zentrum der internationalen Bemühungen und hat (nicht zum ersten Mal) argwöhnische Fragen über deutsch-russische Sonderbeziehungen aufgeworfen. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang das Stichwort „Rapallo“ genannt, der Vertrag zwischen dem Weimarer Deutschland und Sowjetrussland vom April 1922. Nicht ganz zu Unrecht: Tatsächlich lässt sich von hier aus ein instruktiver Blick zurück auf die Beziehungsgeschichte beider Länder werfen, die sowohl in der Periode der beiden Weltkriege wie in der Zeit des „Kalten Kriegs“ nach 1945 eine zentrale weltgeschichtliche Rolle gespielt hat.

Wie verhält es sich mit der „besonderen historischen Verantwortung“ Deutschlands, die jetzt immer wieder formelhaft in den Erklärungen der Bundesregierung genannt wird? Und in welcher Tradition steht die Rolle, die der Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder seit 2005 für die Verknüpfung russischer Geopolitik mit deutschen Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen spielt?

Es lohnt sich, angesichts der weltpolitischen Zuspitzungen dieser Tage noch einmal den historischen Tiefendimensionen nachzugehen – die immer auch die Ukraine einschließen.

Gerd Koenen ist Historiker und Publizist. In seinem Buch „Der Russland-Komplex“ von 2005 (das mit dem „Leipziger Buchpreis für europäische Verstädigung 2007“ ausgezeichnet wurde) ist er den langen Linien und konflikthaften Zuspitzungen der deutsch-russischen Beziehungen im 20. Jahrhundert nachgegangen. Sein letztes Buch „Die Farbe Rot – Ursprünge und Geschichte des Kommunismus“ von 2017 hat u.a. die Rolle Deutschlands für die Gründung, den Aufstieg und den Zerfall der Sowjetunion beleuchtet.