FÄLLT AUS: Buchvorstellung zu „Der Krieg der Armen“ mit Eric Vuillard



20:00 - 22:00 Uhr // TTZ Marburg

Eintritt: 8€ (5€ ermäßigt)

Mitveranstalter: Institut für Romanische Philologie an der Philipps-Universität Marburg, Deutsch-Französische Gesellschaft Marburg e.V., Marburger Literaturforum e.V. und mit freundlicher Unterstützung durch den Verlag Matthes & Seitz



FÄLLT AUS!!!

Buchvorstellung und Gespräch zu „Der Krieg der Armen“ mit Eric Vuillard und der Übersetzerin Nicola Denis. Moderation: Prof. Olaf Müller

Nicht die andere Wange hinhalten ! Ein christlicher Reformator wird zur Leitfigur von aufständischen Bauern, Entrechteten, Verlierern der Gesellschaft.

Dürfen die Armen wütend sein, dürfen die an den Rand Gedrängten sich ihre Rechte erkämpfen, notfalls mit Gewalt? Luther sprach ihnen im Zuge der Bauernkriege dieses Recht ab, ein anderer Reformator jedoch schlug sich auf ihre Seite und prägte die beiden Jahre des Aufstands entscheidend. Der Drucker, Utopist, Brandredner und Theologe Thomas Müntzer hatte nicht weniger als einen Sturz der Obrigkeit im Sinn – mit religiösen wie ganz und gar weltlichen Argumenten stellte er sich dem ausbeuterischen Feudalsystem entgegen. Der Preis für seinen Mut war hoch: Für seine sozialrevolutionären Ideen wurde er bereits zwei Jahre nach Beginn der Aufstände enthauptet, doch sein Drängen nach Gerechtigkeit hat ebenso überlebt wie das Selbstverständnis der oberen Klassen, mit dem sie ihre Privilegien rechtfertigen. Vuillard setzt dieser außergewöhnlichen historischen Figur ein fulminantes literarisches Denkmal und beweist mit seiner temporeichen Schilderung der Aufstände, dass Müntzers Kampf nicht zu Ende, die Wut der Armen nicht erloschen und die in der Gesellschaft tief verwurzelte Ungerechtigkeit noch lange nicht beseitigt ist.

Bild: Melania Avanzato

 

Eric Vuillard, 1968 in Lyon geboren, ist Schriftsteller und Regisseur. Für seine Bücher, in denen er große Momente der Geschichte neu erzählt und damit ein eigenes Genre begründete, wurde er u.a. mit dem Prix de l’Inapercu, dem Franz-Hessel-Preis und dem Prix Goncourt ausgezeichnet.