Buchvorstellung „Dagobertshausen – Ausverkauf eines Dorfes?“



19:00 - 21:00 Uhr // TTZ Marburg

Eintritt: frei

Mitveranstalter: Büchner-Verlag



Dagobertshausen – ein Ortsteil im Westen von Marburg – droht erstickt zu werden: erdrückt von den Zumutungen der ortsansässigen Freizeitindustrie, einer beispiellosen Expansion von großformatigen Unterhaltungsbetrieben und von dem Geschäft der vorhandenen Locations, die jährlich viel Lärm und Verkehr sowie Besuchermassen in den kleinen Ort schwemmen.

Ute Göbel-Lehnert und Thomas Rautenberg, die beide seit Jahrzehnten in Dagobertshausen leben, veranschaulichen, wie der Ort von einer einzelnen Investorenfamilie in knapp zehn Jahren zu einem Freizeitpark verwandelt wurde, ohne Rücksicht auf die Bewohner_innen und mit willfähriger Unterstützung durch Politik, Verwaltung und den Ortsbeirat. Analysiert wird der Strukturwandel, aber auch der gewachsene Widerstand, der sich dagegen formiert und der die Gefahren einer weiteren Zerstörung der Wohn- und Lebensqualität des Ortes benennt.Das regionale Beispiel ›Disneyland Dagobertshausen‹ wird in überörtliche Trends moderner Freizeit- und Tourismusindustrie eingeordnet, die sich mit den Begriffen Overtourism, Eventtourismus, Freizeitkollaps oder Business Travel überschreiben lassen. So will es weit über den Ort hinaus sensibilisieren, für gesamtgesellschaftliche Problemlagen und mögliche Strategien und Initiativen im Umgang damit.Zitat: »Wir wollen uns nicht mehr zurückhalten, denn Zurückhaltung war hier viel zu lange angesagt. Sie hat unter anderem bewirkt, dass die Freizeitindustrie der örtlichen Gewerbebetriebe in Ruhe expandieren konnte – und den einst beschaulichen Ort explosionsartig zu einem Event-Zentrum veränderte.«

Die Veranstaltung wird von Tina Dürr moderiert.

Aufgrund der aktuellen Situation ist die Zahl der Teilnehmer*innen begrenzt. Eine Voranmeldung unter beneke@buechner-verlag.de ist notwendig. Bitte geben Sie mit Anmeldung Ihren Namen und Ihre vollständige Adresse mit Kontaktmöglichkeit an. Pro Anmeldung sind maximal zwei Plätze zu vergeben. Bitte denken Sie an einen Mund-Nase-Schutz.